Viele Arten der künstlerischen Fährtensuche

Vom 14. Juli bis zum 17 August läuft die Ausstellung SPUREN, die unter anderem Malerei, Installation, Fotografie, Skulptur und Film umfasst. Renommierte Künstler widmen sich auf ganz unterschiedliche Weise der Spurensuche: menschlichen Spuren, Fährten von Ereignissen, geschichtlichen Bahnen oder einfach nur einem festen Weg. Hier einige erste Informationen:

Mit unzähligen Abmischungen von Grautönen zaubert der Künstler STEFAN THIEL Landschaften auf die Leinwand. Seine Bilder wirken so realistisch wie S/W-Fotografien und scheinen romantische Zeugnisse deutscher (Kultur-)Landschaften zu sein. Thiels Arbeit Deutsche Landschaften geht aber viel tiefer, folgt den Spuren verhängnisvoller Ereignisse. Eine Ahnung wird zur Gewissheit, wenn man um den Hintergrund dieser romantisch erscheinenden Landstriche weiß. Es sind vergiftete Böden deutscher Geschichte. Unheilvolles hat sich dort abgespielt. Die Landschaften spiegeln nur an der Oberfläche die Schönheit der Natur wider.

© Stefan Thiel: Gelbensande, Öl auf Leinwand

Auch in seiner aktuellen Arbeit stellt HERBERT W. H. HUNDRICH golden-silberne Rettungsdecken in das Zentrum. Mit ihnen erschuf der Künstler eine Installation im Kulturhaus Mestlin ganz speziell für den im Bau befindlichen Orchestergraben. In den Arbeiten dieser Art stellt er die menschliche Seele und ihre Schutzbedürftigkeit in den Vordergrund. Er erzählt von der Notwendigkeit sicherer Räume, die für den Schutz geistiger und seelischer Werte zuständig sind. „Es geht nicht mehr nur um die menschliche Existenz, schon lange wird auch die menschliche Seele bedroht“, sagt Hundrich.

Installation © Herbert W. H. Hundrich

Der Fotograf GERHARD STROMBERG, ist mit seiner Arbeit Innenbilder vertreten. Die bevorstehende Sanierung des Güstrower Schlosses war für ihn Anlass, den Blick zurückzuwenden auf die Spuren, die diesem Bauwerk die ältere, aber auch die jüngere Geschichte eingeschrieben haben. Über einen Zeitraum von vier Jahren erstreckte sich seine fotografische Annäherung, die dokumentierende Absicht mit unerwarteten und unbewussten Entdeckungen verbindet und dem Wesen des Bauwerks nachspürt.

© Gerhard Stromberg, Schloss Güstrow, Speicher I (Hocker), 2019

Zwei Wochen lang schloss sich Fotograf MANFRED SCHARNBERG einem Treck von 2.000 Schafen und fünf Hirten durch Spanien an. Abseits heutiger Reisewege geht es 200 Kilometer zu Fuß über jahrhundertealtes römisches Pflaster, durch einsame Dehesas und Korkeichenwälder sowie über bröckelnde Römerbrücken gen Süden. Ihre Spur folgt uralten Königswegen, den „Cañadas Reales“, deren Nutzungsrecht seit dem 7. Jahrhundert den Wanderhirten durch die Obrigkeit verbürgt ist. Der Arbeitsalltag der Schäfer als klassische Fotoreportage.

Trotz strömendem Regen muss es weiter gehen. Schäfer Pablo trägt ein kleines Lamm dem Zug hinterher. © Manfred Scharnberg

Dies ist eine erste Information, die nach Stand des Projektes ständig erweitert wird