Eine wirkliche Begebenheit: eine Frau wollte ihren Opel anmelden, auf die Frage, was er für einer sei, sagte sie – Opel Corona.
So sehr bestimmt der kleine Virus mit seinem Dasein unser gesamtes Denken, Fühlen und Handeln. Wir wollten schnell reagieren, am Anfang der Epidemie, des Lockdowns, wollten die ersten Eindrücke der Künstler einsammeln. Mit der Möglichkeit des großen Kulturhauses – Abstandsregeln einhalten, sich in den großen Räumen ausweichen und aufhalten können, Platz für die Kunstwerke zu haben, die ein Ausdruck der ersten künstlerischen Auseinandersetzung sind – wollten wir für die Künstler da sein in einer Zeit, wo das Gewohnte nicht lebbar ist und ihnen eine Bühne geben.
Denkmal Kultur Mestlin e.V.

DIE KÜNSTLER

Franziska Bielenstein

CoronaKunstProjekt was mach ich dazu? – Wir müssen nicht mehr früh raus, wir müssen überhaupt nicht mehr irgendwann irgendwo sein.

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https://www.franziska-bielenstein.de/

Carlo Leopold von Broschewitz

Ich bin sehr erfreut, über den Umstand, Teil dieses Projektes sein zu dürfen, da es in diesen Tagen der Isolation und des Abstandes ein belebender Moment war. Die Zusammenkunft mit dem Team, wenn auch auf Distanz, war erfrischend und ermutigend – aktiv Sein, Ausstellen, Reden, Teilen und Reflektieren. Ziemlich schön.

Meine Malereien „Die friedlich Vertreibung aus dem Paradies“ und Der Zirkus – „Jeder macht was er will“ sind Umstandsbeschreibung innerer Bilder der stillen Revolte, des Aufbegehrens und der Befreiung aus einem selbst geschnürten Korsett. Es geht wohl um das Laufen lassen, das stille und unaufgeforderte Sein ohne zu müssen, es geht ums Fliegen, Träumen und Erinnern. Die Geschichten, die die Farben erzählen sind sicherlich auch zu guter Letzt Zufluchtsorte und Verstecke für die eigene Seele. Wenn sie es vermögen, auch so etwas für die Betrachterin oder den Betrachter zu werden, dann ist ein guter Teil geschafft.

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Anett Frontzek

Seit drei Tagen nähe ich plötzlich abends Mundschutzmasken.

Aus der spontanen Entscheidung wird gerade ein für mich immer wichtigeres „Anliegen?“. Ich verschenke sie an Freunde und Kollegen, und aus dem Spiel mit einer kleinen upcycling-Aktion wird plötzlich ein gedanklicher und realer „Kosmos“. Kollegen und eine Kuratorin aus Jena „brauchen“ nun wirklich eine.

Mein gestreifter Stoff, den ich einfach nur verarbeiten wollte, weist plötzlich für mich Parallelen zu zwei meiner Werkzyklen auf, die sich mit künstlerischen Recherche zu Stoffen beschäftigten.

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http://anettfrontzek.de/an_Lineamente_II.html

Frauke Goldhammer

Gehrock aus feinster Schurwolle kombiniert mit originalen „Geldsäcken“ aus den 1960ern aus robustem Leinen.

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Gabriele Hesse

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Herbert W.H. Hundrich

broken porcelain
Many thanks to the whole team of the Kulturhaus Mestlin + of course also to Theo Jörgensmann for his fantastic music. I am very excited about this film, which will also document the project in its entirety + I will then also discover which artists were involved in this Corona project. We were at different times and places in direct collaboration, with breathing masks and a minimum distance of 2 m, + the great team from Kulturhaus Mestlin. Last not least, for the moment, many thanks to Takwe Kaenders for the invitation.. + all who were involved in the realization of the project.

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https://hundrich.de/c-19-2020-kulturhaus-mestlin/

Theo Jörgensmann

Als Künstler möchte man mit allen Menschen in Frieden leben und durch die Werke und Arbeiten die Welt etwas friedfertiger gestalten.

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Takwe Kaenders

„In Quarantäne“,2020
Filzstifte auf Leinwand
Zwei Wochen in Quarantäne nach einer Reise aus Spanien.
Farben, Früchte, Licht und Natur im Bauch wurden vermischt
mit ständig neuen wechselnden Informationen über CORONA.
Leinwand war da, Filzstifte auch.

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http://www.takwe.de

Lydia Klammer

Konfetti im Kopf – Performance (noch nicht aufgeführt)

Abstinenz und Restriktion, beides Wörter, die den Zustand innerhalb des Würfels beschreiben. Bewegungen sind erschwert, sowohl körperlich als auch geistig. Konfetti im Kopf erzählt von den Umständen vor, während und nach der Erkenntnis und bis zu dieser ist es nicht selten ein langer Weg.

Die Performance „Konfetti im Kopf“ mit Videoinstallation entstand für die Ausstellungseröffnung „Neue Mitglieder“ des Künstlerbundes MV am 25.3.2020, die wegen Corona abgesagt worden ist. Zu sehen ist das Video in Auszügen auf:
https://www.instagram.com/circa106/

Material Würfel: pinker Netzstoff, Metallstäbe geschweißt

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http://lydiaklammer.org

Heidrun Klimmey

Heidrun ist im Coronamodus besonders aktiv, sie dreht Anleitungsvideos für das Drucken zu Hause ohne Presse, baut ihren Onlineshop auf und macht sich Gedanken über die drei wichtigsten Themen unserer Zeit: Isolation – Hygiene – Abstand. Und so heißt auch ihre dreiteilige Druckserie, die sie in der Ausstellung zeigt.

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http://www.heidrunklimmey.de

Gregor Kunz

Farbe verlangt Farben, Struktur zieht Strukturen nach, Bewegungen fordern Bewegung: So kommt ein Bild zu sich, formieren Augen, Kopf, Hände und wieder der Kopf ein gespanntes Gleichgewicht. Eine transparente schwarz-weiße Fotomontage, darüber montiert, integriert die informelle Collage und hebt sie auf in der Figuration, die Handlung ist, Narration, gedehnter Moment, Agieren der Existenz. Der Titel, Wort oder Zeile, öffnet und beschließt die Arbeit, ist erste Interpretation. Alles reagiert mit Allem, positiv als auch negativ. Wo? Vorerst im Kopf eines privilegierten Betrachters, der ein Bild entdeckt, während er seine Elemente zusammenbringt oder zusammenfinden lässt.

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http://www.gregorkunz.info/

Silke Peters

Diese Ausstellung ist für mich die erste Gemeinschaftsarbeit während der Kontaktbeschränkungen.Takwe hat mich eingeladen und ich habe für einen Tag meinen Schreibtisch in Mestlin im Kulturhaus eingerichtet. Ich bin von Stralsund aus durch Mecklenburg gefahren, auch durch ein zwei kleine Dörfer ohne Durchgangsverkehr, Menschen auf der Straße, ich fahre langsam, ich grüße. Ich bin berührt. Ich schreibe ein paar Gedichte auf der Carina-Schreibmaschine für die, die in Mestlin zu tun haben, einzeln. Ich diskutiere mit Barbara über das Wort: Trost. Poesie tröstet ist meine These. Ist also der Wortwurzel nach Festes, etwas das Halt gibt. Uns aufrichtet in den Möglichkeitsraum hinein aufrichtet, der uns jetzt gegeben ist. Und der ist wie immer unendlich.

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https://silke-peters.jimdo.com/

Susanne Reichhard

Schauspielerin und Regisseurin

Ich frage mich, wie mit Abstandsregeln Theater geprobt und gespielt werden kann….? Wir regulieren unser soziales Verhalten auch über Abstände. Ich finde es sehr anstrengend, mich den ganzen Tag über den Kopf regulieren zu müssen, das heisst, ständige Kontrolle über den eigenen Körper haben zu müssen…. Was macht das mit uns?

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Rico.

Der Ball ist rund.
Das Haus ist verputzt.
Der Hund knurrt.
Kaffee schmeckt mir.

Zukünftig werden wohl auch bildende Künstler Zusätze wie „live“ in Ihre Ausstellungsankündigungen mit aufnehmen müssen. Unsere Umstände ändern sich gerade grundlegend. Ich jedenfalls ziehe ab jetzt eine PayWall zwischen meine Kunst und meine Betrachter – die Währung ist Krisensolidarität.

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https://www.ricoorig.org/

Manfred Scharnberg

Der Fotojournalist aus Schwerin gehört zur gefährdeten Corona-Risikogruppe. Deshalb befindet er sich in konsquenter Quarantäne. Auf einem seiner seltenen Einkaufsgänge fotografierte er ein Schaufenster mit einem berührenden Gemälde einer erschöpften Krankenschwester. Der Inhaber einer Wohnkunstgalerie bedankt sich mit dem Gemälde in der Auslage bei allen Menschen, die unsere Gesellschaft derzeit am Laufen halten. Ein Lob das Scharnbergs Foto weiter trägt.

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http://www.scharnberg.eu/

Jutta Schwöbel

Unter dem Arbeitstitel „Ästhetik des Verschwindens“ entstand im Februar die Bildreihe „Auflösung“, aus der eines hier gezeigt wird. Menschen tauchen schemenhaft auf hinter Handschriften, Gedanken oder verschwinden gerade wieder. Wenn man dicht vor dem Bild steht, kann man nicht viel erkennen, aber schon bei 2 Meter Abstand wird die Figur sichtbar, die Angst und Gefangensein ausdrückt. Sowohl Angst und Gefangensein wie auch die Auflösung selbst (die soziale, gesellschaftliche) geben meinen inneren Zustand in dieser pandemischen Zeit wider.

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http://jschwoebel.kulturserver.de/

Ramona Seyfarth

durch stoff atmen. die hände fest am körper, sich die umarmung versagen. ab-stand? im brennglas der gegenwart die fäden verknüpfen, die die muster für morgen schaffen.

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http://ramonaseyfarth.de/

Anna Silberstein

setz dich bequem vor den °stillen mediator°
atme tief, entspanne dich
schau durch das zarte dickicht bis zum grazilen virus
lass deine gedanken wandern…atme weiter.
spüre die gelassenheit.

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http://www.anna-silberstein.de

Barbara Wetzel

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https://barbara-wetzel.jimdofree.com/

Alena Willroth

Die täglichen Corona-News,
das unsichtbare Netzwerken
der Brennnesseln Rhizome
unter der Erde.
Ich hole sie raus, die Gelbstrahlenden, die Mächtigen, die Zarten, Verspielten
Immer wieder wundere ich mich über die Neuigkeiten.
Ich lerne eine neue Welt kennen, ich verstehe die alte nicht mehr.
Ein Loch im System, ein Loch im Teppich. Die Unterbrechung, eine Möglichkeit für das Andere.
Einsteigen, Aussteigen, eine Wahl—

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http://www.projekt-bunt.de/schmuck

Tanja Zimmermann

Schauspielerin und Regisseurin

Ich frage mich, wie mit Abstandsregeln Theater geprobt und gespielt werden kann….? Wir regulieren unser soziales Verhalten auch über Abstände. Ich finde es sehr anstrengend, mich den ganzen Tag über den Kopf regulieren zu müssen, das heisst, ständige Kontrolle über den eigenen Körper haben zu müssen…. Was macht das mit uns?

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http://www.tanja-zimmermann.com/_site/

Pressestimmen

Film ab: Künstler in Corona-Zeiten
Schau im Kulturhaus Mestlin: So beeinflusst das Coronavirus die Kunst

Opel-Corona Kulturjournal NDR1 Radio-MV

Kuration: Takwe Kaenders
Interviews: Susanne Reichhard
Regie/Kamera/Schnitt: Johannes Girke
Design Katalog: Hannes Willroth
Technische Leitung: Peter Enterlein

Die Ausstellung und der Film „Opel Corona“ wurden organisiert von
Denkmal Kultur Mestlin e.V. und unterstützt durch: