Das Warten hat ein Ende. Die Kunstlandschaft 10 ist nun endlich vom 5. bis zum 20. Juni zu sehen. Bitte beachten Sie die Hygiene-Voraussetzungen am Ende des Textes.

Die Kunstlandschaft 10 präsentiert sich unter dem Titel BEDARFSHALTESTELLE erst ab Samstag dem 5. Juni 2021, 11.00 Uhr im Kulturhaus Mestlin. Eine spannende, „anhaltende“ Ausstellung mit Werken von Anne Lengnink, Christian Schoenwalde, Karen Klasen, Sandra Schmedemann und vielen anderen, die bis zum 20. Juni 2021 einen Halt im Kulturhaus Mestlin macht.

Zum Aussteigen bitte die Haltewunschtaste betätigen

21 Künstler*innen aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Teilen Deutschlands haben sich mit dem Thema BEDARF auseinandergesetzt. Sie hinterfragen soziokulturelle und sozioökonomische Bedürfnisse des Alltags in ländlichen Regionen und übersetzen sie in ihre eigne Kunstsprache.

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Die Ausstellungsreihe Kunstlandschaft wurde 2010 von engagierten Künstler*innen ins Leben gerufen und seitdem in Zusammenarbeit mit dem Verein Denkmal Kultur Mestlin e.V. jährlich im Kulturhaus Mestlin gezeigt. Ursprünglich als Präsentation zeitgenössischer fotografischer Positionen zur Landschaft intendiert, wurde die Konzeption der Ausstellung geöffnet und zeigt seit mehreren Jahren ein Kaleidoskop künstlerischer Verfahren und Inhalte.

Künstler*innen

Karen Clasen, Lena Biesalski, Martha Damus, Chiara Dazi, Dana Engfer, Bernd Engler, Sarah Fischer, forschungsgruppe kunst, Anett Frontzek, Susanne Gabler, Christoph Knitter, Anne Lengink, Ulf Michaelis, Ulrike Mundt, Thomas Sander, Sandra Schmedemann, Cindy Schmid, Christian Schönwälder, Andre van Uehm, Anne von Westphalen, Tanja Zimmermann

Team

Susanne Gabler (Bildende Künstlerin / Kuratorin / Galeristin)
Christof Krüger (Bildender Künstler)
Annekathrin Siems (Kunstwissenschaftlerin / Kuratorin)
Anna Silberstein (Bildende Künstlerin / Kuratorin)

www.kunstlandschaft.works
kunstlandschaft.works@gmx.de / 0162.60 233 91

Thema

„Zum Aussteigen bitte die Haltewunschtaste betätigen.“ Wie verlockend es ist, den angebotenen Knopf zu drücken, und was folgt, ist die Erfüllung eines Bedürfnisses in Echtzeit? Utopischer Traum, dystopische Projektion oder gängige Realität? Die Angebote sind mannigfaltig: Stopp-Taster für unseren Haltewunsch, Buttons mit der Aufschrift „Sofort kaufen“ im Online-Shop, swipe right – swipe left bei der Partnerwahl.

In der vermeintlich freien Wahl folgen wir Anweisungen und Beschilderungen im Dienste reibungsloser Abläufe und zu unserer eigenen „Sicherheit“. Wir fügen uns in eine Ordnung, die unsere Gesellschaft zusammenhält. Ein soziales Gefüge aus Halt, Struktur und Gemeinschaft, in dem wir eine Position einnehmen oder anstreben, welche unseren Status und somit unser weiteres Leben bestimmt. Wir sind froh über jeden Knopf, den wir drücken können. Ein simpler Stellvertreter für Einfluss und die Disposition zur Entscheidung. Der Determinismus und die bereits festgelegte Reichweite, die diesen Entscheidungsangeboten eingeschrieben sind, sollten jedoch Anlass genug sein, den Stopp-Taster nicht zu drücken und dennoch innezuhalten, um einen dringenden Bedarfshalt einzulegen. Angebotsverzicht als Freiheitsgewinn. Es sind die Möglichkeiten, die Folgenschwere einer eigenverantwortlichen Entscheidung, welche Zweifel und Ängste mit sich bringen – der Blick auf einen ungewissen Horizont und in eine unbestimmte Zukunft. Wo und wann wollen wir anhalten? Was ist der richtige Halt? Wo ist mein Platz?

Das Anhalten und insbesondere das Aussteigen sind alles andere als leicht, wenn die Alternative, ein Leben zwischen indoktrinierten wie auch selbstgewählten Zwängen und verlockend einfachen Entscheidungen und Gewissheiten, uns lockt. Treffpunkt Bedarfshaltestelle: „Abgehängtes Leben in strukturschwachen Räumen“. Bedürfnisse, empfunden als Defizite, bestimmen in weiten Teilen den Alltag in so umschriebenen Regionen unseres heimischen Bundeslandes. Der Gedanke liegt nahe: Wie schön wäre es, wenn man die Erfüllung dieser Bedürfnisse jederzeit mit einem Taster einfordern könnte? Der Taster als Problemlöser und Erfüllungsgehilfe unserer Wünsche. Drücken wir ihn, fühlen wir uns als Handelnde*r.

Nichtsdestotrotz bewegen wir uns auf vorgegeben Pfaden. Dabei steht es uns frei, diese an jeder beliebigen Stelle zu verlassen, schwierigere Passagen einzuschlagen, ungeplante Stopps einzulegen und uns dem Unvorhergesehen preiszugeben. Der Wechsel der Perspektive, der Blick von einer anderen Warte, einem anderen Standpunkt aus, verändert in der Konsequenz das Betrachtete und erlaubt uns das eigenverantwortliche Ertasten grundlegender Bedürfnisse.  „Nächste Station „Bedarfshalt“. Zum Aussteigen bitte die Haltewunschtaste betätigen.“

Nur unter den gesetzlich vorgegebenen Corona-Hygiene-Bestimmungen darf das Kulturhaus Mestlin Besucher empfangen. Alle Besucher müssen im Haus grundsätzlich eine Maske tragen. Einlass gilt für alle zweifach Geimpften und Genesenen mit Nachweis, sowie für Menschen mit einem aktuellen negativen Cororna-Test. Einlass per LUCA App oder mit ausgefüllten Personaldaten.